Montag, 27. Januar 2014

Sri Lanka läßt grüßen!

Für die lieben Kinder zu Haus: Wo ist wer?
 
Hört, liebe Kinder, ich bin mir nicht sicher - hab ich vielleicht verwurstelt die Viecher?

 
Äffchen
 
 
 Schmetterling



 Schildkröten


 Waran


 Basilisk


 Streifenhörnchen

***

(Alle Rechte liegen bei der Autorin.)



 
 
 

 

 

Donnerstag, 23. Januar 2014

Der Bus, ein Mönch und ich


Von Dambulla kommend steuern wir Matale an. Wie immer mit dem Bus - einem öffentlichen.
In rasender Geschwindigkeit, wahrscheinlich ist der Teufel hinter ihm her, - bei uns in Europa wär´s der TÜV -, rattert, poltert und schaukelt unser Gefährt über die holprige Landstraße dahin. Eine grüne Landschaft flitzt an uns vorüber, während ich – neugierig beäugt von unzähligen Mitreisenden – versuche, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Ich hänge verzweifelt an einem Griff, meine Finger kleben, wovon, weiß ich nicht. Ich stehe auf weichem Untergrund, es sind die Füße eines hinter mir Eingepferchten - er lächelt mitleidig, nachdem ich mich entschuldigend umdrehe, und feststelle, dass es keinen anderen Platz für meine Füße gibt. Beim nächsten Ausweichmanöver schlägt die Fliehkraft zu: Mein Busen quetscht sich mit voller Wucht an den Rücken des Vordermannes, ich baumle, die Haltestange entgleitet mir und schon schlägt mein Körper zwischen den Sitzreihen ein. Ein paar Sarongträger - hier sitzen nur die Männer – schauen erst einmal entgeistert und grinsen dann.

Meine Blicke suchen die Heiligen über der Windschutzscheibe, und ich erflehe deren Segen.


Eines wundert mich: Es stinkt nicht – trotz der Pferch. Von links strömt Sandelholz heran, mein Vordermann bevorzugt Irish Moss-India und von hinten erreicht mich Patschuli. Ob ´s die Luftdusche macht, derer man hier tagtäglich ausgesetzt ist? Öffis kennen weder geschlossene Fenster noch Türen, für Frischluft - im Ausmaß eines Wirbelsturmes - ist somit immer gesorgt.
Unsere Rucksäcke kugeln - außer Sichtweite - irgendwo in der Nähe des Fahrers herum; man hat sie uns gleich beim Einsteigen abgenommen, wahrscheinlich dienen sie einigen Passagieren als Sitzgelegenheit.
Mein Angetrauter, zwischen meinem Vordermann und seiner Vorderfrau eingeklemmt, streckt sich und deutet mir: „Hier ist ein Platz frei!“ Ich kann´s nicht glauben, bringe es aber mit der Kraft der Verzweifelten fertig, mich irgendwie nach vorn zu drängen. Schon sitze ich. Zwar nur eine Pobacke breit, aber immerhin, ich habe einen Sitzplatz ergattert. Neben mir schläft ein buddhistischer Mönch, in leuchtend safrangelbes Tuch gewickelt.
Der Beifahrer erwacht plötzlich aus seiner Lethargie, springt auf und fuchtelt wild mit den Händen. Wie auf ein geheimes Signal hin, erwachen mit einem Mal die - bis dahin dösenden - Männer, springen entsetzt von ihren Sitzen, einige quetschen sich durch die wogende Masse und bieten mir ihre Sitze an. Ich schaue solange verdutzt, bis man mir aufgeregt erklärt: „Monk not sitting woman“.
Ich verstehe und wechsle den Sitzplatz: Jetzt grinse ICH. Der Mönch scheint sogleich ausgeschlafen zu sein, als ein Mann neben ihm Platz nimmt.
DEN Trick merke ich mir (ist zwar nicht ganz korrekt, aber was tut man nicht alles in der Not).
***
(Alle Recht liegen bei der Autorin.)

Samstag, 11. Januar 2014

Masken, Larven, Perchten

Wer fürchtet sich vorm Maskenmann?
Niemand!
Und wenn er aber kommt?
Dann laufen wir davon …

Ich sage euch: Zum Davonlaufen sind sie wirklich nicht, eher im Gegenteil. Dann und wann begegnet man einem Umzug - mit und ohne Elefanten –, und immer sind die glotzenden Larven dabei, die Dämonen, Teufel und Geister vertreiben sollen.
 
 
In Ambalangoda ist das Zentrum der Maskenschnitzer;  entlang der Straße werken sie, und im Hinterhof pinseln die Frauen auf Teufel komm raus. Acrylfarben- und Lackdosen stehen aufgereit, und vor den Eingängen stapelt sich das Balsaholz.
 
 
Ob die auch Aufträge unserer alpenländischen Perchtenträger annehmen? Ich glaube es fast.
       
                                                 
 
Wer es lieber ruhiger und original mag, der geht ins Museum. Ein kleines, aber feines, findet man in Ambalangoda, dem ein Institut für Völkerkunde an einer deutschen Universität Geburtshilfe geleistet hat.
Jedenfalls: Ich kaufe mir jetzt eine neue, grell bemalte, damit kann ich dem Teufel ganz unbesorgt entgegentreten.  
 
 ***
(Alle Rechte liegen bei der Autorin.)
 
 

Samstag, 4. Januar 2014

Lunuganga - ein Traum wird wahr


Ich träume von einem magischen Ort, der die Sinne ansprechen und zur inneren Einkehr führen soll.
 
 
An den Ufern des Dedduwa Lake habe ich das Areal, eine teilweise verwilderte, ehemalige Plantage entdeckt, der ich neues Leben einhauchen will. Sanft geschwungene Terrassen, gestützt von Steinmauern, einige kleine Pavillons, verträumte Pfade, Ruhebänke an Seerosenteichen sollen hier entstehen. Tontöpfe, Skulpturen, Brunnen mit schmiedeeisernen Hauben, eine Windmühle werden mein ganz persönliches Shangri-la vervollkommnen und die Blätter der soeben gepflanzten Bäume bald im frischen Wind flüstern, nur  hie und da vom Brüllen der Affen übertönt.
 
Und über dem Land werden märchenhafte Stille und ein Hauch von Unwirklichkeit liegen.
 

 


 
 

Lag es an der leisen Stimme unseres Begleiters, an seinen gehauchten Worten, die mich zum Träumen verführten?
 
Ich träumte den Traum Geoffrey Bawas, des srilankischen Architekten, der vor ca. 60 Jahren begann, eine Utopie in Wirklichkeit umzusetzen.
 
Lunuganga bei Benthota, Sri Lanka

 
***
(Alle Rechte liegen bei der Autorin.)

 

 
 

Licht aus !

Zum täglichen Spaziergang an den Strand oder zum Einkaufen geht’s bergab, einem großen Reisfeld entgegen.

Kann sein, dass den einspurigen Weg, der das saftige Grün durchschneidet - und den einige Lichtmasten begleiten - hie und da ein Waran, ein Marder oder gar ein Schlangerl quert - fallweise wird auch ein Radfahrer gesichtet -, so ist doch von einer eher bescheidenen Frequenz des öffentlichen Pfades auszugehen.

Dieser Tatsache hat die Gemeindeverwaltung Rechnung getragen:
Kommt doch einmal jemand zu finsterer Stunde des Weges, so soll der Spätheimkehrende nicht Gefahr laufen, mit dem Reis schon vor dessen Ernte in Berührung zu kommen. Um das zu verhindern, gibt´s Lichtschalter an den Masten.
Eine wahrlich einleuchtende Erkenntnis: Licht im öffentlichen Raum nur, wenn man´s tatsächlich braucht. Das wäre auch bei uns in Europa zum Überlegen.
Nur: Bitte, wer schaltet es nachher wieder aus?


***
(Alle Rechte liegen bei der Autorin.) 

Dienstag, 31. Dezember 2013

Zimt, cinnamon, kurundu, корица, Teil 2

Überall auf der Welt gibt´s Erntedankfeste, und somit auch hier in Sri Lanka.
Ein Tatzelwurm von gefühlten 1000 Menschen verstopfte die Galle Road, den Hauptnerv, der Colombo mit dem Süden verbindet. Es war das Fest des Zimtes, ein Grund, uns mit Zimtwasser zu besprühen, unsere Brusttaschen mit den duftenden, braunen Rinden zu stopfen und uns ein "happy cinnamon" zuzurufen.
Alle waren aufgeregt, nur die Elefanten trotteten - unbeirrt von dem Getöse gemächlich ihres Weges - einem nahen Tempel zu.

 
"Schiache" Perchten tauchten auf. Ich fühlte mich ins Salzkammergut versetzt, nur dass die Röcke hier aus den frischen, grünen Blättern des Zimtstrauches und nicht aus Stroh gefertigt waren.
Die Sonne glühte, der Schweiß strömte und mein Finger verkrampfte sich bald am Auslöser.
 
 
Irgendwann gab ich auf; mein Steh-, besser Gehvermögen schwanden in der Hitze und dem Trubel dahin. Ich brauchte was zu trinken. Schnellstens.
 
 

 
"Bitte, nichts mit Zimt, wenn ´s möglich ist!", bestellte ich etwas zögerlich.
"Kurundu", grinste der Kellner, "nix mögen?"
 
***
(Alle Rechte liegen bei der Autorin)
 
 


Sonntag, 29. Dezember 2013

Über Zimtgenuss und andere Genüsse, Teil 1


Der tägliche Spaziergang durchs Land der Gewürze belebt die Sinne, von den sonntäglichen Märkten will ich erst gar nicht reden. Bei uns duftet sogar der Gartenzaun, Zimtstangerl - wenn auch schon entrindet.


 
Es duftet nach Zimt und Nelken, nach Zimt und Muskat, nach Zimt und Kardamom, nach Zimt und Ingwer, ein kleinwenig auch nach Kurkuma, Pfeffer und Chili und über dem ganzen Duftgebräu schwebt ein Hauch von Vanille. Sollte sich aber irgendwo ein olfaktorisches Loch auftun, dann springt mit Sicherheit Patschuli in die Bresche.
Beim Bäcker lachen sie aus der Vitrine: Zimtschnecken in Größe von Allgäuer Kuhfladen, der Eisverkäufer kutschiert Zimteis durch die Straßen und aus dem Reis beim Curry sprießen fingerdicke Zimtstangen hervor , umringt von vielen Nelken - die sich bei Oma noch Nagerl nennen durften und die dem Kompott sein unverwechselbares Aroma verliehen.
Am sechsten Breitengrad in Sri Lanka: Kein Essen ohne Zimt, somit - kein Tag ohne Zimt, somit auch kein Tag ohne Aphrodisiakum!
Rund um den 48. Breitengrad in Wien und München langt man wohl nicht ganz so kräftig zu, obwohl Zimtschnecken, Zimtsterne, Apfelstrudel und Milchreis mit viel Zimtpulver zum kulinarischen Alltag gehören.
Nur am 50. Breitengrad in Brüssel hat man etwas gegen den Verzehr der braunen Rinde. Die Vorliebe für´s Cumarin sei´s - sagen die vielbeschäftigten Beamten -, die es gilt, uns auszutreiben, es soll Krebs erzeugen, im Falle, dass man jährlich mehr als 2 kg  zu sich nimmt. Klar, die Bayern und wir Ösis schaffen ja locker 10 Kilo.
Nach Salatgurken, Sparlampen, Klospülung und Staubsaugern haben sich die Lobbyisten nunmehr dem Treibmittel der Liebeslust zugewandt. 
Herrschaften in Brüssel! Bei uns nimmt abends der Opa sein Zimtpfeiferl an die Brust, die Oma tupft sich Zimtöl hinters Ohr, Papa schluckt Zimtbier und die Mama gönnt sich noch schnell ein Glaserl Zimtmilch bevor alle in die Bettwäsch´ hüpfen, die bei uns daheim sicher nicht nach Lavendel duftet.
Also: Greift nach Zimt, ihr Bürokraten, anstatt ihn zu verbieten, ihr werdet sehen, ihr kommt bald auf andere Gedanken!
 
Herzlichst, eure,
Patschuli-Stef
***
(alle Rechte liegen bei der Autorin)